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DEUTSCHE BANK / SAP OPEN Vier Mal war der Golf Club St. Leon-Rot Gastgeber der Deutsche Bank – SAP Open und drei Mal reiste hierfür der beste Golfer der Welt in die Kurpfalz: Tiger Woods
Noch heute geraten die Mitglieder des Golf Club St. Leon-Rot ins Schwärmen, wenn sie auf Tiger Woods angesprochen werden. Ganz klar: Für viele waren die drei Besuche des derzeit besten Golfers der Welt unbestritten einer der Höhepunkte im Clubleben. Keine Überraschung, denn eine Vielzahl der Mitglieder trug mit großem persönlichem Einsatz dazu bei, dass das Turnier ein großartiger Erfolg wurde. Ob nun als Flight-Marshall, Scorer an den Leaderboards, Roping Guard, VIP-Kundenbetreuer oder Parkeinweiser: Alle waren mit ganzem Herzen dabei. Besonders engagiert waren dabei die Spieler der 1. Mannschaft, die teilweise mit besonders verantwortlichen Aufgaben, wie z. B. der Begleitung der Top-Flights oder der Helferorganisation betraut wurden. Dass sich der ganze Einsatz lohnte, zeigt ein interessanter Fakt: St. Leon-Rot ist bis heute die einzige Anlage in Kontinentaleuropa, in der Woods gleich drei Mal an den Abschlag ging. Der Grundstein dafür wurde bereits im Jahr 1997 – dem Gründungsjahr des Golf Club St. Leon-Rot – gelegt. Damals kamen Deutsche Bank und SAP überein, für mindestens vier Jahre die Deutsche Bank – SAP Open TPC of Europe auszurichten. Gespielt wurde auf zwei Anlagen, Gut Kaden nahe Hamburg und im Besitz der Deutschen Bank sowie St. Leon-Rot.
Und so machte der Profizirkus bereits im Jahr 1999 erstmals Station in St. Leon-Rot, mit dabei der größte Star des Sports: Tiger Woods, der dank des En-gagements der Hauptsponsoren verpflichtet werden konnte. Der damals 23-Jährige, der zum ersten Mal in Deutschland aufteete, wurde den Erwartungen vollauf gerecht. Er siegte nach Runden von 69 und drei Mal 68 Schlägen (273 Schläge) auf Platz Rot vor dem späteren zweifachen US-Open-Gewinner Retief Goosen aus Südafrika (276 Zähler) und Nick Price aus Simbabwe mit 277 Schlägen. Für seinen ersten Erfolg in St. Leon-Rot erhielt der Amerikaner aus den Händen von SAP-Mitbegründer Hasso Plattner einen Siegerscheck in Höhe von 280.000 Euro überreicht. Neben Woods waren aber auch andere Top-Golfer beim ersten Profiturnier, zu dem knapp 60.000 Zuschauer kamen, am Start. Beispielsweise der deutsche Ausnahmegolfer Bernhard Langer, der charismatische Schwede Jesper Parnevik, der sechsfache Major-Sieger Nick Faldo und der damals blutjunge Spanier Sergio Garcia.
Auch zwei Jahre später konnte sich das Feld sehen lassen – was wenig überraschte: Denn zum einen war Tiger Woods erneut in die Kurpfalz gereist, und zum anderen lockte mit über 2,7 Millionen Euro eine für damalige Verhältnisse üppige Dotierung. Die zweite Austragung der Deutsche Bank – SAP Open in St. Leon-Rot – erneut auf Platz Rot – startete unter denkbar ungünstigen Bedingungen. Denn sintflutartiger Regen sorgte am ersten Tag dafür, dass nur ein Teil des Feldes die erste Runde absolvieren konnte. Zum Glück änderte sich die Wetterlage schon bald und die Anlage blieb im weiteren Verlauf von weiteren Regenfällen verschont. Sieger des Turniers wurde erneut Tiger Woods, der aber bei seinem zweiten Auftritt im Golf Club St. Leon-Rot deutlich mehr zu tun hatte als im Jahr 1999. Denn in dem Neuseeländer Michael Campbell (2005 Sieger bei der US Open) hatte der Weltranglistenerste über längere Zeit einen ebenbürtigen Gegner gefunden. Campbell begann das Turnier mit Runden von 62 und 65 Schlägen und hatte nach dem zweiten Tag einen Vorsprung von zehn Schlägen auf Woods. Der blies am Samstag zum Angriff und nahm Campbell, der mit einer 73 ins Clubhaus kam, diese zehn Zähler ab. Am Schlusstag fiel die Entscheidung auf der 13. Bahn, als beide mit 19 Schlägen unter Par gleichauf lagen: Woods lochte auf dem Par 4 aus 160 Metern zum Eagle, Campbell spielte Par. Am Ende siegte Woods mit 266 Schlägen und vier Zählern Vorsprung auf Campbell.
Bereits vor dem erneuten Sieg von Woods kamen die beiden Unternehmen SAP und Deutsche Bank überein, ihr Engagement vier weitere Jahre fortzuführen. Gründe dafür gab es genug: So sorgten die Auftritte des Ausnahmegolfers für ein gewaltiges Medienecho und ein überragendes Zuschauerinteresse. Beim dritten Besuch von Woods im Jahr 2002 strömten sage und schreibe 78.000 Zuschauer an den vier Turniertagen auf die Anlage. Nicht wenige waren Jugendliche – was ganz im Sinne des Golf Club St. Leon-Rot war. Denn ein Ziel war, den Kindern Profigolf einmal hautnah zu zeigen, und daher hatten bei allen Turnieren in St. Leon-Rot Jugendliche bis 16 Jahre freien Eintritt. Bei der dritten Ausrichtung der Deutsche Bank – SAP Open im Golf Club St. Leon-Rot kam ein neuer Platz ins Spiel: der 2001 fertiggestellte Kurs St. Leon. Am ersten Tag setzte zur Freude des Publikums ein Deutscher ein dickes Ausrufezeichen. Der Münchner Alex Cejka ging mit einer 64er Runde, die gleichzeitig Platzrekord bedeutete, in Führung. Halten konnte der Deutsche dieses hohe Niveau leider nicht – er landete am Ende auf dem 16. Platz. Sieger wurde – wie sollte es anders sein – einmal mehr Tiger Woods. Der Erfolg war allerdings hart erarbeitet. Denn Woods bot den Zuschauern – gemeinsam mit dem mehrfachen Sieger der Order of Merit, Colin Montgomerie – einen dramatischen Finaltag. Schon auf den regulären 18 Löchern wechselte die Führung hin und her, und erst auf dem allerletzten Grün war nach Pars der beiden Kontrahenten klar, dass es ein Stechen geben würde. Das entschied der US-Amerikaner dann erst am dritten Extraloch für sich, als Montgomerie seinen zweiten Schlag an der 18 ins Wasser setzte. Für seinen dritten Sieg im Golf Club St. Leon-Rot erhielt Woods erneut eine Prämie von 450.000 Euro. Dritter wurde übrigens der junge Engländer Justin Rose, der 2007 die europäische Geldrangliste gewann.
Zwei Jahre später – im Jahr 2004 – standen die Vorzeichen auf Abschied. Tiger Woods war zum ersten Mal nicht nach St. Leon-Rot gereist, und innerhalb des Clubs und bei seinem Präsidenten Dietmar Hopp wuchs das Unbehagen über die Begleiterscheinungen des Groß-Events. Denn die durch das Turnier verursachten Schäden (beispielsweise durch Bau von Zelten, die Befahrung durch die zahlreichen Trucks oder die Zuschauer) nahmen immer unangenehmere Ausmaße an, so dass sich Dietmar Hopp dafür entschied, künftig keine Veranstaltungen dieser Art in »seinem« Club zuzulassen. Da passte es auch gut, dass sich die SAP nach achtjährigem erfolgreichen Sponsoring zurückzog und das Turnier nun der Deutschen Bank überließ.
Bevor es soweit kam, wurde in St. Leon-Rot – erneut auf Platz St. Leon – noch einmal großes Golf gespielt. Auch wenn mit Tiger Woods das große Zugpferd fehlte, kamen insgesamt 61.000 Zuschauer auf die Anlage, um eine Reihe von Spitzengolfern zu sehen. So traten beispielsweise die Top-16 der europäischen Geldrangliste an, und mit Ernie Els, Retief Goosen und Trevor Immelman fanden drei Top-Spieler aus Südafrika den Weg nach St. Leon-Rot. Und der erst 24-jährige Immelman war es dann auch, der sich den Sieg sicherte. Der Triumph in der Kurpfalz war im Übrigen so etwas wie eine Initialzündung für den Mann vom Kap, der dann 2006 zum besten Neuling auf der US PGA Tour gewählt wurde. Bei der Deutsche Bank – SAP Open lieferte sich der Südafrikaner mit Padraig Harrington einen spannenden Kampf um den Sieg, den er erst mit einem Birdie auf der 18 und mit Runden von 65, 72, 69, 65 = 271 Schlägen mit einem Zähler Vorsprung vor Harrington sicherte. Den dritten Rang teilten sich Darren Clarke (Nordirland) und der Schwede Joakim Haeggman mit 276 Schlägern. Den Spielern wurde der Abschied von St. Leon-Rot mit einem auf insgesamt drei Millionen
Euro erhöhten Preisgeld versüßt. 500.000 Euro davon erhielt Sieger Immelman. Damit endete ein kurzes, aber bedeutendes Kapitel Clubgeschichte, das Mitgliedern und Besuchern absolutes Spitzengolf, eine Vielzahl von Top-Spielern und vor allem den Besten der Besten geboten hatte: Tiger Woods.
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