Eidechsen-Biotop

Zauneidechsen sind im Sommer immer wieder in den Roughs der Spielbahnen von Rot und St. Leon sowie auf dem Kurzplatz zu beobachten. Zur Förderung der Eidechsen wurde links der Bahn 4 auf Platz Rot ein Reptilien-Biotop eingerichtet. Steinschüttungen in der Körnung 10-30 cm, alte vermodernde Baumstämme sowie Asthaufen ermöglichen zahlreiche Versteckmöglichkeiten. Die Sandhaufen dienen der Eiablage. Das neue Reptilien-Biotop wird in periodischen Abständen fachgerecht gepflegt.

Die Grundfärbung der weiblichen Tiere ist gelbbraun bis graubraun mit cremefarbener bis gelber Unterseite. An den Flanken sind die dunkel eingefassten Augenflecken deutlich erkennbar. Die Weibchen werden bis zu 20 cm lang, wobei ca. 13 cm auf den Schwanz entfallen. Männliche Tiere sind während der Paarungszeit an Beinen, Kopf und Flankenseiten meist grün, auf der Kopfoberseite, an Rücken und Schwanz braun gefärbt. Die Unterseite ist während der Paarungszeit grün. Alte Männchen können in seltenen Fällen völlig grün werden. Die Männchen können etwas größer werden als die Weibchen. Jungtiere sind oberseits braun und unterseits cremefarben, ansonsten ähneln sie den Weibchen.

Die meisten Jungtiere erscheinen Anfang März, Mitte März folgen die Männchen. Die Weibchen werden meist eine Woche nach den Männchen gefunden. Entsprechend dem Ende der Winterruhe beginnt die Paarungszeit in der Regel Ende April bis Anfang Mai. In den Monaten Mai und Juni kann ein deutlicher Aktivitätsschwerpunkt festgestellt werden. Das Aufsuchen der Winterquartiere beginnt im September. Jungtiere sind im Herbst noch länger aktiv.

Die Zauneidechse ist ein Biotopkomplexbewohner, sie zeigt starke Präferenz für Ruderalflächen, offene bis locker bewachsene Flächen und Säume. Geeignete Habitate müssen strukturreich und gut besonnt sein sowie eine ausgeprägte Vegetationsschicht und sich schnell erwärmendes Substrat aufweisen.

Der prozentuale Anteil der verschiedenen Biotoptypen und Strukturelemente kann sich folgendermaßen aufteilen:
20-25 % Sträucher
10-15 % Brachflächen
20-30 % dichtere Ruderalvegetation
20-30 % Lückige Ruderalvegetation auf überwiegend grabbarem Substrat.
5-10 % Sonnenplätze, Eiablegeplätze und Winterquartiere (Steinriegel, Altholzhaufen sowie Sandlinsen.

Ursache für den starken Rückgang der Zauneidechse sind vor allem die Zerstörung, Beeinträchtigung oder Beseitigung von Kleinstrukturen durch intensive Landwirtschaft und Siedlungsentwicklung und deren Umfeld. Die kleinparzellierte Kulturlandschaft hat sich in den vergangenen 50 Jahren vielerorts aufgrund starker Intensivierung im Acker- und Weinbau sowie bei der Grünlandwirtschaft zu einer einförmigen Kultursteppe gewandelt.

Auf der anderen Seite wurden Lebensräume der Zauneidechse aus der Nutzung heraus genommen, was zur Verbuschung führt, oder aufgeforstet. Etwa ein Drittel des Gesamtaufkommens aller Zauneidechsen in Europa hat in Deutschland ihren Lebensraum. Daher hat Deutschland für diese Art eine Verantwortlichkeit und zwar in der Kategorie "in hohem Maße verantwortlich" (Kühnel et al. 2009).

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