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GOLF&NATUR Zertifizierung

Golf verbindet in einmaliger Weise Natur mit Sport. Die Spielflächen sind unmittelbar in die Landschaft eingebunden, benötigen dabei allerdings auch ein erhebliches Maß an Fläche. Umso ernster nimmt der Deutsche Golf Verband die Aufgabe, die Interessen des Golfsports mit denen des Umweltschutzes zu vereinen.

Das Konzept von „Golf&Natur“ zielt darauf ab, eine Optimierung der Bedingungen für den Golfsport mit dem größtmöglichen Schutz der Natur zu verbinden. Teilnehmende Clubs führen anhand eines DGV-Leitfadens zunächst eine Bestandsaufnahme in vier Bereichen durch: Natur und Landschaft, Pflege und Spielbetrieb, Umweltmanagement sowie Öffentlichkeitsarbeit und Arbeitsumfeld. Es folgt die Erstellung eines Entwicklungsplanes, der für den Club die Durchführung einer Anzahl umweltverträglicher Maßnahmen festlegt. 

Im Frühjahr 2007 erhielt der Golf Club St. Leon-Rot die Bronze-Plakette im Rahmen dieses Umweltkonzeptes, schon wenige Monate später wurden die Bemühungen des Clubs und seiner Greenkeeper mit »Silber« honoriert und seit April 2009 hält der Golf Club St. Leon-Rot die Goldmedaille. Alle zwei Jahre muss durch qualitätssichernde Maßnahmen diese Auszeichnung in Form eines Rezertifizierungsaudits erneut bestätigt werden.

Auch im Jahr 2023 wurde der Golf Club St. Leon-Rot wieder von den Prüfern besucht und konnte das Gold-Zertifikat erfolgreich bestätigen und gemeinsam den Maßnahmenplan für 2023/2024 abstimmen. Der Golf Club St. Leon-Rot hat im Rahmen des Zertifizierungsprogramms bereits zahlreiche Maßnahmen umgesetzt: 

Natur und Landschaft
  • Aufstellung der Flächenverhältnisse Spielbetrieb / Extensiv genutzte Fläche für alle Plätze
  • Bau eines Reptilienbiotops neben der Bahn 4 auf Platz Rot
  • Renaturierung von Teilen des Kraichbachs
  • Anpflanzung der Streuobstwiese „Pomona Palatina“
  • Anpflanzung von zwei Allianz Streuobstwiesen
  • Errichtung eines Wildbienenhotels und mobiler Wildbienenanlagen
  • Installation von Hummelkästen auf der Anlage
  • Anbringung und Pflege von über 50 Vogel- und Fledermausnistkästen
  • Erfolgreiche Anbringung von Nist-Horsten für Störche
  • Punktuelle Erhebungen von Flora & Fauna
  • Aufstellen von Ansitzstangen für Greifvögel
  • Großbaumverpflanzungen zum Erhalt des Baumbestandes auf der Anlage
  • Pflanzung Landschaftstypischen Kopfweiden entlang des Kraichbaches
  • Etablierung von Insektenwaiden
  • Anzucht und Pflanzung reinrassiger Schwarzpappel Stecklinge
Pflege und Spielbetrieb
  • Permanente Weiterentwicklung / Verbesserung im Bereich Beregnungssysteme zur optimalen Ressourcenschonung des Schutzgutes Wasser - Umstellung Beregnungssoftware auf Toro Lynx
  • Drainierung und großflächige Bodensanierungen
  • Umstieg von der Grassorte Poa annua auf Grassorten wie Bent (z.B. Agrostis), Lolium und Festuca
  • Neubau von Brunnenanlagen beim Bau der Plätze zur Grundwassergewinnung für die Bewässerung von Abschlägen, Fairways und Grüns
  • Umbau aller Grundwasserbrunnen auf Frequenzsteuerung (Einsparung der elekt. Energie von bis 50 %)
  • Erhebung und Speicherung von Daten zur Grünqualität / Moisture %, Clegg- Hammer (Festigkeit), Greensgeschwindigkeit, Trueness, Temperatur
  • Erstellung von Detaildüngeplänen auf Basis von Kalenderwochen und Ausbringmenge/ ha / a
  • Renovierung des Wegenetzes für verbesserte Laufwege
  • Etablierung eines Sodengartens
  • Stetige Weiterentwicklung der Golf-Infrastruktur mit z.B. Wedge-o-Drom, Erschließung Rückseite Driving Range, uvm.
  • Halten eines hohen (nachhaltigen) Qualitätsstandards im Bereich Greenkeeping-Maschinerie
  • Kosteneinsparungen durch bewussten Umgang mit Ressourcen wie Wasser, Energie und Pflanzenschutzmittel
  • Nutzung von Drohnen zur Platzanalyse (aufkommende Schäden werden von oben teilweise besser und früher erkannt)
  • Umbau der Feldspritzen auf GPS- Steuerung (Einsparung der Spritzmenge um bis zu 20%)
  • Abbildung der Pflegemaßnahmen in ``Turfkeeper``
Arbeitssicherheit und Umweltmanagement
  • Erstellung „Manager on Duty“ Handbuch mit den wichtigsten Abläufen im Notfall (Notfallpläne)
  • Errichtung und Wartung der Blitzschutzhütten & intensive Kommunikation der Blitzschutzmaßnahmen
  • Bau einer Tankstellenanlage mit Waschplatz – regelmäßige Kontrollen
  • Anschaffung einer Heißwasserspritze zur 100%-igen Chemiefreien Unkrautbekämpfung
  • Anschaffung eines Gefahrstoffcontainer und zweier Gefahrstoffschränke zur Lagerung von Gefahrstoffen
  • Standardisierung diverser Arbeitsprozesse im Bereich Arbeitssicherheit
  • Durchführung von Gesundheitsuntersuchungen mit dem Betriebsarzt
  • Stetige Kontrolle und Anpassung der Sicherheitsvorkehrungen - Checkliste für die verschiedensten Prüfpflichten
  • Erarbeitung von Gefährdungsbeurteilungen und Arbeitsanweisungen
  • Temporäre Erhebungen von Boden- und Wassergüte
  • Regelmäßige Elektro- und Brandschutzunterweisungen
  • Ölabscheidungsanlage Waschplatz
  • Einrichtung eines Baumkatasters für ein besseres und sichereres Baummanagement und Erstellung eines Entwicklungsplanes für den Baumbestand auf der Golfanlage
  • Erstellung eines Biotop-Managementplans
  • Förderung / Etablierung eines Hochstaudenflur entlang des Kehrgrabens (Wedge-o-Drom / Driving Range)
Öffentlichkeitsarbeit und Infrastruktur
  • Golf&Natur ist fester Bestandteil in ausgewählten Kommunikationsmedien des Golf Club St. Leon-Rot wie z.B. der beliebten öffentlichen „Zu Gast im Club“-Broschüre
  • QR-Codes an Abschlagstafeln mit Hinweisen zu Besonderheiten der Natur und Landschaft
  • Umfangreiches Informationsangebot auf der Homepage des Golf Club St. Leon-Rot
  • Informationstafeln an ausgewählten Standorten wie z.B. Hummelburg, Wildbienenhotel, Obstwiesen Beschilderung, Ansitzstangen, etc.
  • Presseberichte rund um das Thema Golf&Natur
  • Veröffentlichung von Clubnews aus dem Bereich Greenkeeping und Golf&Natur
  • Eröffnung der Streuobstwiesen „Pomona Palatina“ und der Obstwiesen „Allianz – Bäume für die Zukunft“ mit Beteiligung von knapp 30 umliegenden Gemeinden
  • Durchführung von Infoveranstaltungen zu den Streuobstwiesen
  • Kommunikation „Vom Greenkeeping für Mitglieder“
  • In Arbeit: Erstellung einer Broschüre rund um das Thema Golf&Natur

Lebensraum Golfplatz – Wir fördern Artenvielfalt

„Lebensraum Golfplatz – Wir fördern Artenvielfalt.“ So lautet das Pilotprojekt baden-württembergischer Golfanlagen, des Umweltministeriums Baden-Württemberg, des Baden-Württembergischen Golfverbandes (BWGV) und des Deutschen Golf Verbandes (DGV). Ziel des zunächst auf zwei Jahre angelegten Projektes ist es, die vorhandenen Biodiversitätsflächen auf baden-württembergischen Golfanlagen quantitativ und qualitativ auszubauen. Das Projekt ist im November 2019 gestartet und selbstverständlich nutzt der Golf Club St. Leon-Rot die Chance sich an diesem Pilotprojekt zu beteiligen, um im Bereich Artenschutzförderung weiter voran zu schreiten.

Die erste Platzbegehung im Golf Club St. Leon-Rot mit einem Mitglied des BWGV-Umweltausschusses fand im Mai 2020 statt. Im Rahmen dieser Begehung wurden bestehende Artenförderprojekte begutachtet und bewertet. Außerdem wurde eine Maßnahmenplanung definiert, in der festgehalten wird welche Maßnahmen darüber hinaus noch umzusetzen sind bzw. bei welchen umgesetzten Maßnahmen es Verbesserungspotential gibt.

Sehr erfreulich für alle Beteiligten ist die Tatsache, dass der Golf Club St. Leon-Rot mit seinen Wiesen-, Wasser- und Extensivflächen, Todholzstrukturen und Biotopvernetzungsstrukturen zahlreiche und wertvolle Biotopflächen auf der Golfanlage aufweist.

Erste Maßnahmen wurden im Jahr 2020 direkt umgesetzt, wie z.B. die Veränderung der Saatmischung unserer Blumenwiesen, die nun noch standortgerechter sind und mehrjährig angelegt sind. Auch das Pflegeprogramm der Blumenwiesen, vor allem was die Mahd betrifft, wurde den Empfehlungen der Experten angepasst, um mit dieser Maßnahme einen noch besseren Erfolg zu erzielen.

Insgesamt wurden vier Maßnahmen definiert, die im Spätjahr 2021 im Rahmen einer erneuten Begehung mit dem BWGV Umweltausschuss kontrolliert und ggf. weiter angepasst werden. Selbstverständlich finden durch das Greenkeeping-Team des Golf Club St. Leon-Rot bis dahin regemäßige Erfolgskontrollen statt, so dass man frühzeitig Veränderungen herbei führen kann, wo es sinnvoll erscheint.